Weiterkommen im Job - Die Bewerbung
- Tips und Informationen rund um Ihre Karriere -

  1. Die Initiativbewerbung

    Für viele der Geheimtip beim Bewerbungsparcours: Die Initiativbewerbung. Sie wenden sich direkt an das oder die Unternehmen Ihrer Wahl und bewerben sich, ohne daß es vorher eine offizielle Stellenausschreibung gegeben hat. Ihr Vorteil: Die Konkurrenz ist natürlich kleiner und Ihre Chancen damit größer, einen Job zu bekommen. Aber was sich so einfach anhört, muß gut vorbereitet werden.

    Zunächst einmal muß man sich ein eigenes Verzeichnis mit allen Arbeitgebern zusammenstellen, die für eine Bewerbung in Frage kommen könnten. Für eine solche Liste findet man die Adressen der Firmen in Fachzeitschriften, in Messe - und Kongreßkatalogen oder auch an Universitäten. Immer wichtiger als Informationsquelle wird natürlich das Internet: Hier präsentieren sich alle namhaften Firmen und außerdem gibt es auch noch Jobbörsen wie die von NDR 2. Jetzt haben Sie die Firmen gefunden, zusätzlich brauchen Sie noch weitere Informationen: Sie sollten wissen, welche Schwerpunkte die neue Firma hat, wie die Marktposition ist, wie viele Mitarbeiter dort arbeiten und wie das Unternehmen strukturiert ist.

    Nach der Vorarbeit kommt eine schwierige und aufreibende Arbeit : Sie müssen die Firma anrufen und rauskriegen, welche Anforderungen an Bewerber gestellt werden. Nur so können Sie in Erfahrung bringen, ob Sie überhaupt eine Chance haben. Eins muß Ihnen allerdings auch gleich ganz klar sein: Beim Anrufen müssen Sie sich auf Ablehnungen und Vertröstungen einstellen. Es gibt zum Beispiel auch keine ideale Zeit zum Anrufen: Klar, Montags Vormittags und Freitags Nachmittags sind nicht gerade die besten Momente, ansonsten können Sie aber zu jeder Zeit im "falschen" oder "richtigen" Moment anrufen. Wenn Sie dann endlich zum Personalchef durchgekommen sind, dann müssen Sie Ihre Chance beim Schopf packen. Sie müssen herausfinden, wie das Anforderungsprofil für einen guten Bewerber aus der Sicht der Firma ist. Am besten schreiben Sie sich vorher 10 bis 15 Fragen zum Arbeitsplatz, die kurz und knapp mit "ja" oder "nein" beantwortet werden können. Meistens ergibt sich dann ein weiteres Gespräch von selbst und Sie können alles über Ihre Karrierechancen im Unternehmen rauskriegen.

    Jetzt sollten Sie sich auf jeden Fall für die Informationen bedanken und unbedingt noch zwei Dinge in Erfahrung bringen: Wer ist der Ansprechpartner für Ihre Bewerbung und welche Unterlagen sind für eine Bewerbung erforderlich? Wer das alles geschafft hat, hat nun einen Informationsstand, der mit einer Stellenanzeige in der Presse vergleichbar ist - Ihr Vorteil allerdings: Ihre Konkurrenz ist bei einer solchen Initiativbewerbung deutlich kleiner und damit wachsen zwangsläufig Ihre Chancen.

  2. Die schriftliche Bewerbung

    Wer weiß, auf welche Stelle er oder sie sich bewerben will, ist noch lange nicht am Ende: Jetzt geht´s erst richtig los. Denn auf interessante Jobs kommen schon mal 10, 20 oder 30 Bewerber. Um so wichtiger ist natürlich die schriftliche Bewerbung als Visitenkarte des Arbeitnehmers. Sie hilft schon mal, beim ersten Aussieben nicht durchzufallen. In das Schreiben gehört auf jeden Fall eine vernünftige Begründung, warum man gerade sich selbst für den geeigneten Kandidaten hält. Außerdem wichtig: Ein tabellarischer Lebenslauf mit einer möglichst präzisen Darstellung des bisherigen Berufslebens, angefangen von der Schulausbildung über die Lehre, Praktika, das Studium, Weiterbildungsmaßnahmen und nicht zuletzt alle Arbeitgeber! Nicht zu vergessen natürlich: Ein Foto vom Fotografen gehört zu den Bewerbungsunterlagen.

    Unser Tip: Ein ansprechender Lebenslauf ist ein absolutes Muß für jede Bewerbung, aber: Immer schön bei der Wahrheit bleiben. Frei erfundene Jobs oder Praktika haben nichts in den Unterlagen verloren - wenn´s rauskommt, kann der Job vor dem ersten Tag schon wieder weg sein! Ganz wichtig auch: Wird ein handgeschriebener Lebenslauf verlangt, sollte man den nicht von jemand anderem schreiben lassen. Auch in diesem Fall kann ein kleiner Schwindel den Job kosten.

  3. Das Bewerbungsgespräch

    • Sie haben die Chance, den Traumjob Ihres Lebens an Land zu ziehen - wenn Sie sich optimal auf das alles entscheidende Bewerbungsgsespräch vorbereiten. Der erste Schritt in der Vorbereitung: Verschaffen Sie sich alle wichtigen Informationen über Aktivitäten, Erfolg und Unternehmensphilosophie Ihres Wunscharbeitgebers. Eine Chance für Sie: Viele Firmen präsentieren sich bereits im Internet - mit Unternehmensprofilen, Informationen über Berufschancen und auch Karrierewege. Vor dem ersten Bewerbungsgespräch gilt: Studieren Sie Ihre Rolle gründlich ein. Pauken Sie auf keinen Fall Standardformulierungen, aber üben Sie ruhig einmal laut Antworten auf kritische Fragen. Checken Sie vor dem Spiegel oder mit Familienmitgliedern Mimik, Gestik oder auch Ihre Wirkung auf andere.

    • Um Ihren Wunschjob zu bekommen, müssen Sie sich präsentieren. Dazu gehört natürlich eine gute Vorbereitung auf´s Gespräch und die Gesprächspartner. Das alleine ist allerdings noch kein Garant für die Einstellung. Wichtig ist auch, wie Sie äußerlich wirken. Grundsätzlich gilt in der Kleiderfrage: Dezent ist besser! Denken Sie daran: Sie wollen mit Ihrem neuen Anzug nicht den Personalchef neidisch machen, sondern Sie wollen den Job. Und für Frauen gilt nach wie vor das "Dreimal wenig": Wenig Parfüm, wenig Make- Up und wenig Schmuck erhöhen die Chancen auf den Job. Außerdem gilt: Der Beginn des Vorstellungsgespräches ist unumstößlich - für Sie jedenfalls. Wer zu spät kommt, den bestraft die Personalabteilung. Viel mehr als zehn Minuten zu früh sollte man aber auch nicht erscheinen.

    • Endlich ist es soweit: Sie sind im Bewerbungsgespräch. Nach den Höflichkeitsfloskeln am Anfang sind Sie mit Ihrem ersten Monolog zum Thema "Mein Werdegang" fällig. Schwafeln Sie allerdings nicht lange herum, damit überzeugen Sie niemanden. Halten Sie sich allerdings auch nicht zu sehr zurück, Sie wirken sonst sehr kurz angebunden, nüchtern und arrogant. Bei Fragen zu Ihrem Lebenslauf sollten Sie auf keinen Fall etwas dazu dichten oder verschweigen: Die meisten Personalverantwortlichen holen sich Referenzen ein. Den weiteren Dialog bestimmt normalerweise der Personalchef. Er stellt Ihnen häufig allerdings Standardfragen, die sich in jedem guten Anleitungsbuch zum Vorstellungsgespräch finden. Ihre spontanen Antworten können Sie daher von langer Hand planen. Besonders auf zu erwartende streßige Fragen, etwa Lücken im Lebenslauf, können Sie sich vorher damit schon eine überzeugende Antwort zurechtlegen. Gehen Sie dann beim weiteren Gesprächsverlauf auch davon aus: Es wird kaum von einem Bewerber erwartet, daß er dauernd und durchgehend über sich, seine beruflichen Ambitionen und sein Leben redet. Selbstbewußtes Zuhören ist statt dessen gefragt und Sie spielen nur eine Statistenrolle. Manch ein Personalchef sucht statt eines Mitspielers nämlich auch nur ein Publikum. Und solche Vielredner fühlen sich wohl, wenn ihnen mit Interesse und aktiv zugehört wird.

    • Nur noch selten wollen Personalchefs wirklich alles von Ihnen wissen und stellen auch unerlaubte und unangenehme Fragen. Dann heißt es, cool und distanziert zu bleiben. Wenn man von Ihnen wissen will, ob Sie homosexuell oder schwanger sind, fragen Sie einfach zurück, ob das Voraussetzung für den Job sei. Geht das Theater weiter, sollten Sie überlegen, ob Sie sich in Zukunft diesem Streß aussetzen wollen, denn solche Streßinterviews zeugen meist von einer unangenehmen Unternehmenskultur. Eigentlich dürfen in einem Vorstellungsgespräch nur arbeitsbezogene Fragen gestellt werden. Oft kann der Personalchef seine Neugier nicht zügeln. Bei den folgenden Themen dürfen Sie allerdings das Blaue vom Himmel runterlügen und kommen damit wahrscheinlich besser durch, als eine Antwort zu verweigern.

      • Schwangerschaft und Familienplanung
      • gewerkschaftliches Engagement
      • frühere Krankheiten
      • Freizeitgestaltung
      • private Vermögensverhältnisse
      • Vorstrafen im allgemeinen
      • politische Meinung

    Eine Ausnahme gibt es allerdings:
    Wahrheitsgemäß antworten müssen Sie schon, wenn die Anwort konkret für die ausgeschriebene Stelle eine Rolle spielt. Wer Gefahrenstoffe erforschen will, sollte nicht schwanger sein und eine Partei darf ihren angehenden Pressesprecher natürlich nach seiner politischen Meinung fragen.

    • Irgendwann sind Sie an der Reihe - Sie dürfen und sollten Fragen stellen ! Vermeiden Sie auf jeden Fall Fragen nach Bekanntem oder Banalitäten - und erkundigen Sie sich nicht als erstes nach dem Urlaubsgeld oder der Freizeitregelung. Gern gesehen sind Fragen nach der Zukunft des Unternehmens oder Interesse an Unternehmensstrategien.

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